Bruno Morawitz

Maschinenarbeiter. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1923    † 1944

 

Lebenslauf

Bruno Morawitz wurde am 20.6.1923 in Wien geboren. Er war Maschinenarbeiter in den Saurerwerken (Wien 11).

Funktionär des kommunistischen Jugendverbands, "Soldatenrat"

Bruno Morawitz war Funktionär des kommunistischen Jugendverbands. Er gehörte der Widerstandsgruppe "Soldatenrat" an.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 14. 7. 1941 wurde Bruno Morawitz verhaftet und am 23. 9. 1943 in Krems gemeinsam mit Johann Neubauer, Franz Reingruber und Anton Mayer (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 25.2.1944 erfolgte seine Hinrichtung im Landesgericht I in Wien.

Aus der Anklageschrift vom 4. 8. 1943

„Anfang 1941 nahm Morawitz auf Weisung des Mitangeschuldigten Neubauer die Verbindung zu dem Mitangeschuldigten Reingruber auf. Reingruber, der damals unter Missbrauch seiner Stellung als HJ-Führer die ihm unterstellten HJ-Angehörigen kommunistisch zu zersetzen suchte, vertrat gegenüber Neubauer den Standpunkt, dass diese Zersetzungsarbeit mehr Erfolg haben würde, wenn sie durch ein einfaches Mitglied und nicht durch ihn als Einheitsführer der HJ durchgeführt werde. Daraufhin wurde nach seinen Angaben Anfang 1941 der Angeschuldigte Bruno Morawitz durch Neubauer für diese Zwecke zur Verfügung gestellt und von Reingruber zu dem HJ-Unterführerlehrgang, den dieser damals leitete, übernommen. Bruno Morawitz, der seit dieser Zeit die Zersetzungstätigkeit in der HJ vorwärts zu treiben sich bemühte, wies in Gegenwart Neubauers den Mitangeschuldigten Reingruber auf die angeblichen Missstände innerhalb der HJ hin, stellte diesen Missständen die Bestrebungen des KJV gegenüber und erörterte eingehend und wiederholt die Werbung der HJ-Angehörigen für den KJV.“

Gedenktafel

Seit 1954 ist eine Gedenktafel der KPÖ für ihn auf der städtischen Wohnhausanlage Wien 10 (George Washington-Hof; Ahornhof, Stg. 2) angebracht.

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Andere Bildrechte: Angabe bei Anklicken des Bildes (Bildinformation)
  • Andere Bilder: Privatbesitz oder Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen.

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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